Gäste dürfen hinter die Kulissen schauen

15.000 Besucher bei Mauritius-Brauereifest

Bier – viele haben das in Deutschland sehr beliebte Getränk am heißen Spätsommer-Wochenende genossen. Wie es entsteht, das erfuhren Besucher des Mauritius-Brauereifestes bei Führungen.

VON VIOLA MARTIN

ZWICKAU — Ronny Bärwald ist beeindruckt. „Das sind ja riesige Behälter, in denen das Bier entsteht“, staunt der Pegauer beim Anblick der Tanks im Sudhaus. Laborantin Dana Schmied weiß: „Jeder der vier Behälter fasst 17.000 Liter.“
Die 31-Jährige arbeitet zwar im Labor der Mauritius-Brauerei, aber sie kennt sich in der gesamten Produktion bestens aus. „Schließlich nehmen wir schon in der Warenannahme Proben und kontrollieren auch alle Produktionsstufen bis hin zum fertigen Bier“, sagt die Niedercrinitzerin, die während ihrer Umschulung ein Praktikumin der Mauritius-Brauerei absolvierte. „Da ich bis dahin kein Bier getrunken habe, hatte ich mit dem Gerstensaft nichts am Hut. Doch die Arbeit hier und das Team gefielen mir auf Anhieb. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, dass ich fest eingestellt worden bin.“

Zutaten sind aus Deutschland
Das war vor vier Jahren. Seither hat Dana Schmied bereits Hunderte Gäste beim Mauritius-Brauereifest, das stets am zweiten September-Wochenende stattfindet, durch das Sudhaus geführt. „Die meisten Besucher interessieren sich vor allem für die Technik. Und da haben wir fast jedes Jahr etwas Neues zu bieten. Diesmal beispielsweise die Schrotmühle und die Maischpfanne“, sagt sie. „Außerdem zeigen wir den Gästen auch immer die Zutaten, aus denen unser Bier entsteht.Das sind vor allem Gerste, aus der Malz entsteht, sowie Hopfen, der bereits zu Pellets verarbeitet angeliefert wird. Wir setzen auf Zutaten aus Deutschland, weil uns kurzeWege wichtig sind.“ Wegen der Technik ist auch Jörg Schieferdecker aus Gera zur Führung gekommen. „Ich trinke ganz gern mal ein Bierchen. Deshalb will ich mich hier mal informieren, wie es hergestellt wird“, sagt er.

Feste zeigen Interesse an Firma
Geschäftsführer Werner Weinschenck sagt, dass die zweitägigen Feste der Privatbrauerei immer viel Arbeit machen. „Aber sie sind auch stets eine tolle Motivation für unsere Mitarbeiter, zeigen sie doch das Interesse der Zwickauer und vieler Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung an unseren Produkten. Wir schenken bewusst nicht nur unser Bier aus, sondern lassen die Gäste auch hinter die Kulisse schauen.“ Karin Pohlmann aus Zwickau hat „ihre“ Brauerei beim Blick in die Produktion kaum wiedererkannt. „Ich war hier vor vielen Jahren Betriebskrankenschwester, dann bin ich nach Bayern gezogen und nun seit ein paar Jahren wieder hier. Seither hat sich viel verändert“, sagt sie. Neben moderner wurde aber auch alte Technik gezeigt. Glaser und Tischlermeister Jürgen Springer präsentierte Werkzeuge, mit denen früher Böttcher die Bierfässer herstellten. „Das habe ich zwar nicht gemacht, aber welche für die Kirchberger Brauerei repariert. Als die vor Jahren abgerissen wurde, habe ich die alten Utensilien, die ich hier gemeinsam mit historischen Fotos zeige, gerettet“, sagt er.

Fest zählt 15.000 Besucher

Mit viel Musik wartete die Mauritius-Brauerei Zwickau am Wochenende zum traditionellen Fest auf ihrem Betriebsgelände an der Glück-Auf-Brücke auf. So spielten am Freitagabend Die Prinzenberger vor etwa 3000 Gästen und am Samstagabend die Gruppen Drive sowie Grumis vor knapp 4000 Besuchern. Außerdem traten der Zwickauer Spielmannszug und das Zwickauer Jugendblasorchester auf. Beim großen Familienprogramm gab es Puppentheater, Spielbus, Hüpfburg, Bierkastenrutsche sowie Kremserfahrten.

Die Firma beschäftigt 85 Mitarbeiter und stellt sowohl Pilsner als auch Urtyp Export, Schwarzes Gold und seit 2009 erneut wie zu DDR-Zeiten Hopfenkrone her. Das Bock Dunkel ist laut Unternehmen das beliebteste Bockbier in Sachsen. Ende September kommt wieder das Winterbier auf den Markt.

Eine besondere Währung zum Fest
waren Kronkorken. Die Besucher bekamen für 20 Brauereifest-Kronkorken ein Mauritius-Bier. Tausende 0,4-Liter-Gläser, gefüllt mit dem Gerstensaft, wurden am Freitag und am Samstag mit dieser Währung bezahlt.
(vim)

Freie Presse 10.09.2012, Zwickauer Zeitung
FOTO: ANDREAS WOHLAND

Führung im Sudhaus mit Laborantin Dana Schmied

Laborantin Dana Schmied (rechts) zeigte Ina und Ronny Bärwald aus Pegau bei Leipzig während einer Führung im Sudhaus die verschiedenen Bierzutaten.